Verstehen der Unterschiede zwischen recycelbaren, biologisch abbaubaren, biobasierten und kompostierbaren Verpackungen
Auf dem heutigen Markt sind nachhaltige Verpackungen wichtiger denn je. Begriffe wie recycelbar, biologisch abbaubar, biobasiert und kompostierbar werden jedoch oft gleichgesetzt, was zu Verwirrung führt. Das Verständnis dieser Unterschiede ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Fokussierung der Europäischen Union (EU) auf die Genauigkeit von Umweltaussagen und die Einführung von Regelungen wie der vorgeschlagenen Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle und der Richtlinie über umweltbezogene Angaben.
1. Recycelbare Verpackungen: die Grundlage der Kreislaufwirtschaft
Recycelbare Verpackungen sind so konzipiert, dass sie zu neuen Materialien verarbeitet werden können, wodurch der Bedarf an Primärressourcen verringert und die Abfallmenge minimiert wird. Auf dem Weg der EU zu einer Kreislaufwirtschaft bilden wiederverwertbare Verpackungen das Herzstück dieses Übergangs.
Schwerpunkt Regulierung: PPWR und die Zukunft
Der Vorschlag für eine Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPR) unterstreicht die Bedeutung recyclingfähiger Verpackungen. Bis 2025 müssen Verpackungen strengere Standards für die Recyclingfähigkeit erfüllen, bis 2030 sollen alle Verpackungen recyclingfähig sein. Dieser Wandel wird erhebliche Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie Unternehmen ihre Verpackungen gestalten und Innovationen vorantreiben, um sicherzustellen, dass Materialien effizient gesammelt, recycelt und wiederverwendet werden können. / Mehr über PPWR-Recyclingverpackungen finden Sie hier und hier/
2. Biologisch abbaubare Verpackungen: natürlicher Abbau unter bestimmten Bedingungen
Biologisch abbaubare Verpackungen bestehen aus Materialien, die sich im Laufe der Zeit unter Einwirkung von Mikroorganismen auf natürliche Weise zersetzen. Das hört sich zwar ideal an, aber für den Abbauprozess sind oft besondere Bedingungen erforderlich, die in den herkömmlichen Abfallentsorgungssystemen nicht immer gegeben sind.
Herausforderungen und Irrtum
Eine der größten Herausforderungen für biologisch abbaubare Verpackungen besteht darin, dass sie häufig industrielle Kompostierungsanlagen benötigen, um
ordnungsgemäß abgebaut zu werden. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, können biologisch abbaubare Materialien entgegen den Erwartungen der Verbraucher in der Umwelt verbleiben. Diese Komplexität unterstreicht die Notwendigkeit, Umweltaussagen klar zu kommunizieren und zu begründen, was mit der EU-Deklarationsrichtlinie erreicht werden soll.
3. Biobasierte Verpackungen: hergestellt aus nachwachsenden Rohstoffen
Biobasierte Verpackungen werden aus erneuerbaren biologischen Quellen, wie z. B. Pflanzen, statt aus fossilen Brennstoffen hergestellt. Diese Art der Verpackung wird wegen ihres geringeren ökologischen Fußabdrucks bei der Herstellung geschätzt. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass biobasierte Verpackungen nicht automatisch recycelbar oder biologisch abbaubar sind.
Balance zwischen Nachhaltigkeit und Funktionalität
Eine große Herausforderung für biobasierte Verpackungen, insbesondere für Anwendungen, die eine längere Haltbarkeit erfordern, ist ihre Fähigkeit, ausreichende Barrieren gegen Gase und Feuchtigkeit zu bieten. Um diese Barrieren zu überwinden, müssen häufig verschiedene Materialien miteinander kombiniert werden, was das Recycling und die Zerlegung der Materialien erschweren kann. Dies ist ein wichtiger Aspekt, da sich der Markt im Rahmen der neuen EU-Vorschriften weiterentwickelt.
4. Kompostierbare Verpackung: vom Abfall zum Bodenverbesserer
Kompostierbare Verpackungen sind eine Untergruppe der biologisch abbaubaren Verpackungen, die nicht nur abgebaut werden, sondern durch die Umwandlung in Kompost auch zur Bodengesundheit beitragen. Wie bei biologisch abbaubaren Verpackungen hängt die Effizienz kompostierbarer Verpackungen stark von bestimmten Bedingungen ab.
Industrielle Kompostierung vs. Kompostierung zu Hause
Kompostierbare Verpackungen müssen strenge Normen erfüllen, wie z. B. die EN 13432, um sicherzustellen, dass sie in industriellen Kompostieranlagen effektiv abgebaut werden. Um als für die Heimkompostierung geeignet gekennzeichnet zu werden, müssen Verpackungen in der Lage sein, sich in Heimkompostierungsanlagen zu zersetzen, was häufig ein langsamerer und weniger kontrollierter Prozess ist.
EU-Richtlinie über Umweltangaben: Kampf gegen irreführende Umweltinformationen
Die EU hat sich verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Umweltaussagen von Unternehmen korrekt und überprüfbar sind, und zwar im Rahmen umfassenderer Bemühungen zur Bekämpfung irreführender Informationen. Die vorgeschlagene Richtlinie über umweltbezogene Angaben würde die Unternehmen verpflichten, begründete, klare und vergleichbare umweltbezogene Angaben zu machen. Das bedeutet, dass Verpackungen, die als recyclingfähig,
biologisch abbaubar, biobasiert oder kompostierbar gekennzeichnet sind, strenge Standards erfüllen und durch konkrete Nachweise belegt werden müssen.
Diese Richtlinie ist besonders wichtig, da die Verbraucher zunehmend nachhaltige Optionen verlangen und die Unternehmen versuchen, sich durch ihre Umweltfreundlichkeit zu differenzieren. Irreführende Angaben untergraben nicht nur das Vertrauen der Verbraucher, sondern können nach dem neuen EU-Rechtsrahmen auch zu erheblichen Strafen führen.
Das Wichtigste:
- Recycelbare Verpackungen sind für die Kreislaufwirtschaft unverzichtbar, strenge EU-Vorschriften schreiben bis 2030 eine vollständige Recyclingfähigkeit vor.
- Biologisch abbaubare Verpackungen können auf natürlichem Wege abgebaut werden, erfordern jedoch besondere Bedingungen, weshalb eine klare Kommunikation über ihre Anwendungsgrenzen von entscheidender Bedeutung ist.
- Biobasierte Verpackungen werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, aber ihre Umweltvorteile können beeinträchtigt werden, wenn für ihre Funktionalität komplexe Materialkombinationen erforderlich sind.
- Kompostierbare Verpackungen tragen zur Bodengesundheit bei, ihre Wirksamkeit hängt jedoch von den Kompostierungsbedingungen ab.
Der Fokus der EU auf die Begründung von Umweltaussagen durch die Richtlinie über umweltbezogene Angaben wird sicherstellen, dass die Verbraucher transparente und genaue Informationen erhalten, und dazu beitragen, weit verbreitete Missverständnisse in Bezug auf diese Begriffe auszuräumen.